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Zur Abschaltung des analogen Kabelfernsehens bei Unitymedia: VPRT spricht sich für geordneten Digitalisierungsprozess aus

4. April 2016

Berlin, 4. April 2016 Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia will nach eigener Aussage die analoge Verbreitung von TV-Programmen zum 30. Juni im kommenden Jahr vollständig einstellen. Bereits im April 2016 soll das analoge Angebot in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg deutlich reduziert werden, dafür sollen ab Mitte Mai weitere digitale TV-Programme in HD-Qualität eingespeist werden. Das erläuterte Unitymedia heute gemeinsam mit den Landesmedienanstalten von Nordrhein-Westfalen (LfM), Hessen (LPR Hessen) und Baden-Württemberg (LfK) im Rahmen eines Pressegesprächs.

Der Geschäftsführer des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT), Claus Grewenig: „Wir begrüßen die durch Unitymedia mit der Ankündigung hergestellte Transparenz zum Prozess des Analog-/Digitalumstiegs im Fernsehen, mit dem das Unternehmen eine Vorreiterrolle für eine zügige Digitalmigration einnehmen will. Wir hoffen, dass sich durch den angekündigten schnellen TV-Umstieg eine positive Dynamik im gesamten Markt entwickelt. Auf Stufenpläne zu einer schrittweisen Digitalisierung der TV-Übertragung sollte verzichtet werden. Ziel des VPRT bleibt die vollständige digitale TV-Nutzung der Kabelinfrastruktur ohne weitere Zwischenschritte.“

Zu möglichen Auswirkungen auf die Radioverbreitung im analogen Kabel ergänzt Claus Grewenig: „Für die Privatradios ist UKW via Kabel ein elementar wichtiger Verbreitungsweg. Deshalb geht der VPRT davon aus, dass die UKW-Verbreitung im Kabel erhalten bleibt und dafür eine Lösung gefunden werden muss. Private Radioprogramme müssen künftig auch digital vollständig abgebildet werden, da Radio ein digitales Must Carry bislang fehlt. Es darf keine privilegierte Berücksichtigung öffentlich-rechtlicher Programme geben, wie sie jetzt schon teilweise zu beobachten ist.“

Zum TV-Umstieg betonte der VPRT, dass dem Ziel einer geordneten Digitalisierung eine weitere Reduktion von vier TV-Kanälen im April 2016 widerspreche, weil damit erhebliche Reichweitenverluste einhergingen. Gerade für kleinere TV-Sender könne dies einen „Tod auf Raten“ bedeuten, da Reichweite die wesentliche Grundlage ihrer Refinanzierung darstelle. Sollte Unitymedia dennoch diesen Weg anstreben, müssen aus Sicht des VPRT folgende Maßnahmen greifen:

1. Der Zeitpunkt von analogen Abschaltungen sollte möglichst nah an der vollständigen Analog-TV-Abschaltung liegen.
2. Frühzeitig Transparenz für die betroffenen TV-Sender und ein bestmöglicher Lastenausgleich bei der Verteilung von Reichweitenverlusten ist herzustellen.
3. Allen TV-Sendern solle im Gegenzug eine digitale Verbreitung ermöglicht werden.

Der VPRT setzt sich grundsätzlich für einen geordneten Digitalisierungsprozess ein. Voraussetzung hierfür ist vor allem ein harter Umstieg, um sowohl für Sender als auch Zuschauer planbare Voraussetzungen zu schaffen. Oberstes Ziel bis zur Abschaltung muss auch weiterhin sein, ein vielfältiges Angebot im analogen Kabel sicherzustellen.


Für Rückfragen:
Pressesprecher Hartmut Schultz, Hartmut Schultz Kommunikation GmbH
T | +49 30 3 98 80-101, E | schultz@schultz-kommunikation.de

Über den VPRT:
Der VPRT ist die Interessenvertretung der privaten Rundfunk- und Telemedienunternehmen. Mit ihren TV-, Radio-, Online- und Mobileangeboten bereichern seine rund 140 Mitglieder Deutschlands Medienlandschaft durch Vielfalt, Kreativität und Innovation. Damit das auch in der digitalen Welt so bleibt, müssen die regulatorischen, technologischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. Als Wirtschaftsverband unterstützen wir unsere Unternehmen im Dialog mit Politik und Marktpartnern beim Erreichen dieses Ziels – national und auf EU-Ebene.

Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V.
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