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Keyfacts: Radio, Fernsehen und Multimedia

2. Februar 2016

Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland

Der Private Rundfunk ist Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft, die dem Bericht „Monitoring zu ausgewählten wirtschaftlichen Eckdaten der Kultur- und Kreativwirtschaft 2016“ zufolge 2015 einen Gesamtumsatz von 150 Milliarden Euro erwirtschaftete und 64 Milliarden Euro zur Brutto-Wertschöpfung der Bundesrepublik Deutschland beigetragen hat. Die in der Kultur- und Kreativwirtschaft zusammengefassten Branchen liegen damit an vierter Stelle hinter den Branchen Automobilindustrie (130 Mrd. Euro), Maschinenbau (94 Mrd. Euro) und Finanzdienstleistungen (71 Mrd. Euro) leisten einen höheren Wertschöpfungsbeitrag als etwa die Energieversorgung (47 Mrd. Euro) oder die Chemische Industrie (43 Mrd. Euro).

Mehr unter: Kultur- und Kreativwirtschaft

Deutschland im internationalen Vergleich führend

Der Rundfunkmarkt in Deutschland ist hinter den USA der zweitgrößte Markt der Welt. In Großbritannien oder Frankreich liegen die Radio- und TV-Erlöse deutlich unter dem deutschen Gesamtvolumen.

Mehr unter: TV-Umsätze im internationalen Vergleich, Radio-Umsätze im internationalen Vergleich

Wachstum in allen Segmenten der elektronischen Medien

Für die elektronischen Medien war in den zurückliegenden Jahren in Deutschland Wachstum in allen Segmenten zu verzeichnen. Private Radio- und Fernsehunternehmen allein stehen mittlerweile für ein Umsatzvolumen von über 10 Milliarden Euro (2015) – bzw. bei Einbeziehung der vor- und nachgelagerten Stufen sogar für ein Vielfaches dessen. So investieren die privaten Rundfunkunternehmen mehrere Milliarden Euro in die Produktion von professionellen Bewegtbild- und Audioinhalten, stimulieren Milliarden-Umsätze der Gerätehersteller und Netzbetreiber sowie weitere Umsätze der Filmindustrie, der Musikbranche, aber auch der Zeitungs- und Zeitschriftenbranche (Programmzeitschriften, EPGs, Programmbeilagen, etc.).

Mehr unter: Umsätze der Medien, Umsätze der Filmindustrie, Umsätze der Musikindustrie, Umsätze der Endgerätehersteller, Umsätze der Infrastrukturbetreiber

Schlüsselbranche für die deutsche Gesamtwirtschaft

Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Medien geht über diese genannten Umsatzvolumina nochmals weit hinaus. Die elektronischen Medien - Radio, Fernsehen, Online und Mobile - sind Wachstumstreiber und tragende Säule der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland und zugleich eine Schlüsselbranche für die deutsche Gesamtwirtschaft. Die elektronischen Medien erwirtschafteten 2015 der offiziellen Werbestatistik des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) zufolge Netto-Werbeeinnahmen in Höhe von über 6,5 Milliarden Euro. Das entspricht über 43 Prozent der erfassten Netto-Werbeinvestitionen in Medien und einem Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 3,4 Prozent. Damit bilden die elektronischen Medien das größte, wachstumsstärkste und wichtigste Werbeträger-Segment und tragen als solches maßgeblich zum Erfolg aller auf Werbung angewiesenen Branchen in Deutschland bei (z.B. Automobil, Telekommunikation, Handel, u.v.m.). Andere Werbeträger stagnieren dagegen oder haben Umsatzrückgänge zu verzeichnen, so etwa die Zeitungen (Werbeumsätze 2015: 2,65 Milliarden Euro, minus 6,6 Prozent) oder die Publikumszeitschriften  (Werbeumsätze 2015: 1,07 Milliarden Euro, minus 9,7 Prozent).

Mehr unter: Werbeumsätze Gesamt, Werbeumsätze TV, Werbeumsätze Radio, Werbeumsätze Online

Ausbildung und Beschäftigung

Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Rundfunkunternehmen ist auch auf dem Arbeitsmarkt spürbar. Radio- und Fernsehsender bieten Ausbildung und Beschäftigung in einer Vielzahl zukunftsfähiger Berufsbilder. Die privaten Rundfunkunternehmen beschäftigen laut der Studie „Wirtschaftliche Lage des Rundfunks in Deutschland 2014/15“ rund 23.000 Mitarbeiter und sichern darüber hinaus ein Vielfaches an Arbeitsplätzen in den vor- und nachgelagerten Branchen.

Mehr unter: Beschäftigung

Einmalige Angebotsvielfalt

Mit 686 privaten Radio- und TV-Programmen (Jahrbuch der Medienanstalten 2015/16) sorgen die privaten Rundfunkunternehmen rund um die Uhr für Medienvielfalt, Kreativität und Innovation. Neben 403 privaten Fernsehprogrammen und 283 privaten Hörfunkprogrammen bietet die im internationalen Vergleich einmalig vielfältige deutsche Rundfunklandschaft viele hundert Online- und Mobile-Angebote sowie Webradio- und VoD-Angebote.

Mehr unter: Medienangebote, TV-Programme, Radioprogramme, Online & Mobile

Millionenpublikum - linear und on-demand

Radioangebote erreichen laut ma Radio 2015 II täglich über 56 Millionen Hörer und damit etwa 77 Prozent der deutschen Bevölkerung. Der weiteste Hörerkreis von Radio liegt bei 92 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung. Die Fernsehangebote erreichen täglich über 51 Millionen Seher (ab 3 Jahre) und damit etwa 69 Prozent der Bevölkerung in Deutschland. Der weiteste Seherkreis im Fernsehen liegt bei etwa 92 Prozent der Bevölkerung. Im Durchschnitt schauen die Deutschen täglich 223 Minuten fern und hören werktäglich 190 Minuten Radio. Neben dem klassischen linearen Radio- und TV-Konsum gewinnt die Nutzung der interaktiven Angebote  mehr und mehr an Bedeutung. Auch wenn die Internetnutzung insgesamt noch deutlich unter der Radio- und TV-Nutzung liegt, erreichen die Online-Angebote der privaten Radio- und Fernsehanbieter mittlerweile Monat für Monat über 36 Millionen Menschen im Internet, das entspricht etwa 54 Prozent der Onliner in Deutschland. Insgesamt nutzen etwa 74 Prozent der Onliner in Deutschland zumindest gelegentlich Online-Videoangebote im Netz und rund 54 Prozent nutzen bereits Audioangebote im Netz.

Mehr unter: Mediennutzung, Radionutzung, TV-Nutzung, Online-Nutzung, Mobile-Nutzung, Webradio-Nutzung, Web-TV- und VoD-Nutzung


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Frank Giersberg

Mitglied der Geschäftsleitung / Markt- und Geschäftsentwicklung, Kaufmännischer Leiter
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