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Keyfacts Fernsehen

2. Februar 2016

Der deutsche TV-Markt ist hinter den USA umsatzmäßig der zweitgrößte TV-Markt der Welt und hinsichtlich Vielfalt und Qualität sogar weltweit führend. Die Fernsehwirtschaft ist eine tragende Säule der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland und sie hat – in Ergänzung zu ihrem medien- und gesellschaftspolitischen Stellenwert – auch eine besondere volkswirtschaftliche Relevanz als Innovations- und Wachstumsbranche.

TV-Angebote in Deutschland
Die Zahl der von den Landesmedienanstalten erfassten privaten TV-Programme in Deutschland lag im Jahr 2015 bei insgesamt 403 Programmen, davon 181 bundesweite Privatfernseh- und Teleshoppingprogramme sowie 220 landesweite, regionale und lokale TV-Programme. Die Zahl der bundesweiten, privaten TV-Sender in Deutschland hat sich innerhalb von 10 Jahren mehr als verdreifacht und setzte sich zum Jahresende 2015 aus 15 Vollprogrammen, 56 Free-TV-Spartensendern, 86 Pay-TV-Programmen und 22 Teleshoppingprogrammen zusammen. Dahinter verbergen sich neben den General-Interest-Angeboten zahlreiche Free- und Pay-TV-Spartensender, etwa in in den Genres Unterhaltung, Sport, Musik, Nachrichten, Dokumentation und Kinder. Die Zahl der durchschnittlich pro TV-Haushalt empfangbaren Sender hat sich der Studie „Relevant Set“ zufolge in den vergangenen 10 Jahren etwa verdoppelt und liegt mittlerweile bei über 80 TV-Sendern pro Haushalt. Die meistgenutzten TV-Empfangswege sind laut TV-Monitor 2015 Satellit (47,1 %), Kabel (43,6 %), DVB-T (5,0 %) und IPTV (4,6 %). Neben den klassischen linearen TV-Angeboten besteht mittlerweile eine kaum noch zu überblickende Vielfalt im Bereich der non-linearen TV- und Video-On-Demand-Angebote. Entsprechend steigt die Relevanz der stationären und mobilen Internetübertragung.

         

• Private TV-Programme in Deutschland
• Zahl der empfangbaren TV-Programme in Deutschland

• TV-Übertragungswege in Deutschland

• Web-TV- und VoD-Angebote

TV-Nutzung in Deutschland
Die Bewegtbildnutzung der Deutschen steigt über alle Plattformen hinweg. Die Fernsehangebote erreichen täglich knapp 52 Millionen Seher (ab 3 Jahre) und damit etwa 69 Prozent der Bevölkerung in Deutschland. Der weiteste Seherkreis im Fernsehen liegt bei etwa 93 Prozent der Bevölkerung. Im Durchschnitt schauen die Deutschen täglich 223 Minuten fern und neben dem klassischen linearen TV-Konsum gewinnt die Nutzung der interaktiven Angebote  mehr und mehr an Bedeutung. Auch wenn die Internetnutzung insgesamt noch deutlich unter der TV-Nutzung liegt, erreichen etwa die TV- und Video-Portale Monat für Monat über 36 Millionen Menschen im Internet, das entspricht etwa 54 Prozent der Onliner in Deutschland. Insgesamt nutzen etwa 74 Prozent der Onliner in Deutschland zumindest gelegentlich Online-Videoangebote im Netz.

    

• TV-Nutzung & TV-Sehdauer in Deutschland 2016
• Marktanteile der TV-Programme in Deutschland 2016

• Web-TV- und VoD-Nutzung

• Second-Screen-Nutzung

• Die reichweitenstärksten TV-Portale

TV-Umsätze
Auch die TV-basierten Umsätze wachsen in allen Segmenten. Die TV-Erlöse erreichten in Deutschland im Jahr 2015 rund 15,3 Milliarden Euro. Das umsatzstärkste Segment hinter den TV-Gebühren ist unverändert die TV-Werbung (2015: 4,3 Mrd. Euro), gefolgt von den Pay-TV- und VoD-Erlösen (2015: 2,1 Mrd. Euro), Teleshopping-Erlösen (2013: 1,8 Mrd. Euro) und sonstigen Erlösen.

         

    

• Gesamterlöse TV 2013, VoD-Umsätze,
• Netto-Werbeumsätze TV in Deutschland (1997-2016e)
,
• Die größten Werbungtreibenden im TV (2013)
,
• Die meistbeworbenen Produkte im TV (2013)
,
• Pay-TV-Umsätze in Deutschland (2002-2013)
,
• Teleshopping-Umsätze in Deutschland (1997-2013e)

 

Arbeitsplätze im privaten Fernsehen
Im Jahr 2012 haben laut der Studie „Wirtschaftliche Lage des Rundfunks in Deutschland 2012/13“ über 18.000 Menschen für private deutsche Fernsehsender gearbeitet. Davon waren fast 15.000 Mitarbeiter fest angestellt und rund 13.000 Mitarbeiter waren bei Free-TV- oder Pay-TV-Sendern beschäftigt. Mitte des Jahres 2013 arbeiteten knapp 18.000 Menschen für das Privatfernsehen. Damit lag dieser Wert – vermutlich saisonal bedingt -  leicht unter dem Niveau zum Jahresende 2012.

    

Volkswirtschaftliche Relevanz der Fernsehbranche 
Die volkswirtschaftliche Relevanz der TV-Branche ergibt sich einerseits aus den direkten Umsatz- und Beschäftigungseffekten, andererseits aber auch aus den Effekten in vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen. So investieren die Fernsehunternehmen jedes Jahr mehrere Milliarden Euro in die Produktion von Bewegtbildinhalten und stimulieren überdies Milliarden-Umsätze der Gerätehersteller und Netzbetreiber sowie weitere Umsätze der Filmindustrie, der Musikbranche, aber auch der Zeitungs- und Zeitschriftenbranche (Programmzeitschriften, EPGs, Programmbeilagen, etc.).

• Umsätze der Infrastrukturbetreiber
• Umsätze der Sportindustrie

• Umsätze der Musikindustrie

• Umsätze der Games-Industrie

• Umsätze der Filmindustrie

• Umsätze der Endgeräteindustrie

Die TV-Industrie als Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft
Die Fernsehwirtschaft ist ist Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft, die laut dem Bericht „Monitoring zu ausgewählten wirtschaftlichen Eckdaten der Kultur- und Kreativwirtschaft 2014“ im Jahr 2014 einen Gesamtumsatz von 146,3 Milliarden Euro erwirtschaftete und 65,9 Milliarden Euro zur Brutto-Wertschöpfung der Bundesrepublik Deutschland beigetragen hat. Die in der Kultur- und Kreativwirtschaft zusammengefassten Branchen liegen damit an dritter Stelle hinter den Branchen Automobilindustrie (2014: 114,9 Milliarden Euro) und Maschinenbau (2014: 89,7 Milliarden Euro) und leisten einen höheren Wertschöpfungsbeitrag als etwa das Finanzgewerbe (2014: 64,8 Milliarden Euro), die Energieversorgung (2014: 50,8 Milliarden Euro) oder die Chemische Industrie (2014: 40,8 Milliarden Euro).

• Kultur- und Kreativwirtschaft

TV im internationalen Vergleich
Die durchschnittliche Nutzungsdauer von Fernsehen liegt weltweit auf sehr hohem Niveau. Besonders hoch ist die TV-Sehdauer laut den „Television International Key Facts 2014“ von IP Deutschland in Rumänien (340 Minuten), Serbien (306 Minuten), Portugal (298 Minuten) und den USA (293 Minuten pro Tag). Deutschland liegt mit 221 Minuten TV-Nutzung pro Tag im Mittelfeld.

Weltweit lagen die Umsätze der TV-Industrie laut International Communications Market Report 2015 im Jahr 2014 bei rund 303 Mrd. Euro. Gut die Hälfte der globalen TV-Umsätze entfallen auf das Pay-TV-Segment (ca. 155 Milliarden Euro), etwa 40 Prozent entfallen auf das Segment der TV-Werbeerlöse (ca. 123 Milliarden Euro) und nur rund 9 Prozent stammen aus Gebühren oder staatlicher Finanzierung (ca. 26 Milliarden Euro). Deutschland ist hinter den USA weltweit der umsatzstärkste TV-Markt, im weltweiten Vergleich ist allerdings der Anteil der öffentlich-rechtlichen Finanzierung in Deutschland ungewöhnlich hoch und der Pay-TV-Anteil noch verhältnismäßig niedrig.

    

• TV-Sehdauer im internationalen Vergleich (2014)
• TV-Umsätze im internationalen Vergleich (2010-2014)
• Digitale TV-Nutzung 2013 im internationalen Vergleich
• DVB-T in Europa (2013)
• HbbTV in Europa (2014)


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