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Keyfacts Fernsehen

23. August 2017

Der deutsche TV-Markt ist hinter den USA umsatzmäßig der zweitgrößte TV-Markt der Welt und hinsichtlich Vielfalt und Qualität sogar weltweit führend. Die Fernsehwirtschaft ist eine tragende Säule der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland und sie hat – in Ergänzung zu ihrem medien- und gesellschaftspolitischen Stellenwert – auch eine besondere volkswirtschaftliche Relevanz als Innovations- und Wachstumsbranche.

TV-Angebote in Deutschland

Die Zahl der von den Landesmedienanstalten erfassten privaten TV-Programme in Deutschland lag im Jahr 2016 bei insgesamt 397 Programmen, davon 181 bundesweite Privatfernseh- und Teleshoppingprogramme sowie 214 landesweite, regionale und lokale TV-Programme. Die Zahl der bundesweiten, privaten TV-Sender in Deutschland hat sich innerhalb von 10 Jahren mehr als verdreifacht und setzte sich zum Jahresende 2016 aus 12 Vollprogrammen, 60 Free-TV-Spartensendern, 89 Pay-TV-Programmen und 20 Teleshoppingprogrammen zusammen. Dahinter verbergen sich neben den General-Interest-Angeboten zahlreiche Free- und Pay-TV-Spartensender, etwa in den Genres Unterhaltung, Sport, Musik, Nachrichten, Dokumentation und Kinder. Die Zahl der durchschnittlich pro TV-Haushalt empfangbaren Sender hat sich der Studie „Relevant Set““ zufolge in den vergangenen 10 Jahren etwa verdoppelt und liegt mittlerweile bei über 80 TV-Sendern pro Haushalt. Die meistgenutzten TV-Empfangswege sind laut TV-Monitor 2016 Satellit (46,0 %), Kabel (43,3 %), DVB-T (4,7 %) und IPTV (6,0 %). Neben den klassischen linearen TV-Angeboten besteht mittlerweile eine kaum noch zu überblickende Vielfalt im Bereich der non-linearen TV- und Video-On-Demand-Angebote. Entsprechend steigt die Relevanz der stationären und mobilen Internetübertragung.

         

• Private TV-Programme in Deutschland
• TV-Übertragungswege in Deutschland

• Web-TV- und VoD-Angebote

TV-Nutzung in Deutschland
Die Bewegtbildnutzung der Deutschen steigt über alle Plattformen hinweg. Die Fernsehangebote erreichen täglich knapp 52 Millionen Seher (ab 3 Jahre) und damit etwa 69 Prozent der Bevölkerung in Deutschland. Der weiteste Seherkreis im Fernsehen liegt bei etwa 92 Prozent der Bevölkerung. Im Durchschnitt schauen die Deutschen täglich 223 Minuten fern und neben dem klassischen linearen TV-Konsum gewinnt die Nutzung der interaktiven Angebote mehr und mehr an Bedeutung. Auch wenn die Internetnutzung insgesamt noch deutlich unter der TV-Nutzung liegt, erreichen etwa die TV- und Video-Portale Monat für Monat über 36 Millionen Menschen im Internet, das entspricht etwa 54 Prozent der Onliner in Deutschland. Insgesamt nutzen etwa 74 Prozent der Onliner in Deutschland zumindest gelegentlich Online-Videoangebote im Netz.

    

• TV-Nutzung & TV-Sehdauer in Deutschland 2016
• Marktanteile der TV-Programme in Deutschland 2016

• Web-TV- und VoD-Nutzung

• Second-Screen-Nutzung

• Die reichweitenstärksten TV-Portale

TV-Umsätze
Auch die TV-basierten Umsätze wachsen in allen Segmenten. Die TV-Erlöse erreichten in Deutschland im Jahr 2015 rund 16 Milliarden Euro. Das umsatzstärkste Segment hinter den TV-Gebühren ist unverändert die TV-Werbung (2015: 4,1 Mrd. Euro), gefolgt von den Pay-TV- und VoD-Erlösen (2015: 2,2 Mrd. Euro), Teleshopping-Erlösen (2015: 1,8 Mrd. Euro) und sonstigen Erlösen.

         

    

• VoD-Umsätze
• Netto-Werbeumsätze TV in Deutschland (1997-2017e)
,
• Die größten Werbungtreibenden im TV (2016)
,
• Die meistbeworbenen Produkte im TV (2016)
,
• Pay-TV-Umsätze in Deutschland
,
• Teleshopping-Umsätze in Deutschland

Arbeitsplätze im privaten Fernsehen
Im Jahr 2014 haben laut der Studie „Wirtschaftliche Lage des Rundfunks in Deutschland 2014/15“ über 21.000 Menschen für private deutsche Fernsehsender gearbeitet. Davon waren über 18.000 Mitarbeiter fest angestellt und rund 13.000 Mitarbeiter waren bei Free-TV- oder Pay-TV-Sendern beschäftigt.

    

Volkswirtschaftliche Relevanz der Fernsehbranche 
Die volkswirtschaftliche Relevanz der TV-Branche ergibt sich einerseits aus den direkten Umsatz- und Beschäftigungseffekten, andererseits aber auch aus den Effekten in vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen. So investieren die Fernsehunternehmen jedes Jahr mehrere Milliarden Euro in die Produktion von Bewegtbildinhalten und stimulieren überdies Milliarden-Umsätze der Gerätehersteller und Netzbetreiber sowie weitere Umsätze der Filmindustrie, der Musikbranche, aber auch der Zeitungs- und Zeitschriftenbranche (Programmzeitschriften, EPGs, Programmbeilagen, etc.).

• Umsätze der Infrastrukturbetreiber
• Umsätze der Sportindustrie

• Umsätze der Musikindustrie

• Umsätze der Games-Industrie

• Umsätze der Filmindustrie

• Umsätze der Endgeräteindustrie

Die TV-Industrie als Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft
Die Fernsehwirtschaft ist Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft, die laut dem Bericht „Monitoring zu ausgewählten wirtschaftlichen Eckdaten der Kultur- und Kreativwirtschaft 2016“ im Jahr 2015 einen Gesamtumsatz von 150,4 Milliarden Euro erwirtschaftete und 65,5 Milliarden Euro zur Brutto-Wertschöpfung der Bundesrepublik Deutschland beigetragen hat. Die in der Kultur- und Kreativwirtschaft zusammengefassten Branchen liegen damit an dritter Stelle hinter den Branchen Automobilindustrie (2014: 114,9 Milliarden Euro) und Maschinenbau (2014: 89,7 Milliarden Euro) und leisten einen höheren Wertschöpfungsbeitrag als etwa das Finanzgewerbe (2014: 64,8 Milliarden Euro), die Energieversorgung (2014: 50,8 Milliarden Euro) oder die Chemische Industrie (2014: 40,8 Milliarden Euro).

• Kultur- und Kreativwirtschaft

Zukunftsbranche audiovisuelle Medien: eine Gesamtbetrachtung
Die Gesamtbranche der Audio- und audiovisuellen Medien steht laut der Studie „Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Audio- und audiovisuellen Medien“ für 830.000 Beschäftigte in Deutschland, fast jeder 50. Arbeitsplatz geht auf audiovisuellen Medien und die mit ihnen verbundenen Branchen zurück. Mit einem Beitrag von rund 2,5 Prozent bzw. 67 Milliarden Euro zur Bruttowertschöpfung zählt der Sektor zu den größten Industriezweigen Deutschlands. Darüber hinaus stimulieren audiovisuelle Medien als Enabler weitere Wertschöpfung und Beschäftigung in verbundenen Branchen, sind Innovations- und Wachstumstreiber von Volkswirtschaften und übernehmen als Werbeträger eine zentrale Funktion in der Marktwirtschaft. Die ökonomischen Gesamteffekte der Audio- und audiovisuellen Medienwirtschaft geht somit über die quantifizierte Beschäftigung und Wertschöpfung hinaus.

Studie zum Wirtschaftsfaktor Audiovisuelle Medien

TV im internationalen Vergleich
Die durchschnittliche Nutzungsdauer von Fernsehen im Jahr 2015 liegt weltweit auf sehr hohem Niveau. Besonders hoch ist die TV-Sehdauer laut den „TV Key Facts 2016“ von IP Network in Rumänien (327 Minuten), Serbien (315 Minuten), Ungarn (286 Minuten) und Portugal (283 Minuten pro Tag). Deutschland liegt mit 223 Minuten TV-Nutzung pro Tag im Mittelfeld.

Weltweit lagen die Umsätze der TV-Industrie laut International Communications Market Report 2016 im Jahr 2015 bei rund 362 Mrd. Euro. Gut die Hälfte der globalen TV-Umsätze entfallen auf das Pay-TV-Segment (ca. 189 Milliarden Euro), etwa 40 Prozent entfallen auf das Segment der TV-Werbeerlöse (ca. 146 Milliarden Euro) und nur rund 7,5 Prozent stammen aus Gebühren oder staatlicher Finanzierung (ca. 27 Milliarden Euro). Deutschland ist hinter den USA weltweit der umsatzstärkste TV-Markt, im weltweiten Vergleich ist allerdings der Anteil der öffentlich-rechtlichen Finanzierung in Deutschland ungewöhnlich hoch und der Pay-TV-Anteil noch verhältnismäßig niedrig.

    

• TV-Sehdauer im internationalen Vergleich (2014)
• TV-Umsätze im internationalen Vergleich (2010-2014)
• Digitale TV-Nutzung 2013 im internationalen Vergleich
• DVB-T in Europa (2013)
• HbbTV in Europa (2014)

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