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Keyfacts Multimedia

23. August 2017

Der Markt für multimediale und interaktive Medienangebote in Deutschland lässt sich gemeinsam mit Radio und Fernsehen zu dem Segment der elektronischen Medien zusammenfassen. Für dieses Segment ist innerhalb der deutschen Medienbranche die höchste Wachstums- und Innovationsdynamik zu verzeichnen. Gemeinsam bilden die elektronischen Medien die tragende Säule der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland.

Online- und Mobile-Nutzung

Im Frühjahr 2017 zählten den AGOF Digital Facts zufolge 80,3 Prozent der Deutschen (ab 14 Jahren) zu den Internetnutzern und knapp 63 Prozent nutzen bereits das mobile Internet. Das Internet ist damit in der Mitte der Gesellschaft angekommen, liegt allerdings hinsichtlich der Gesamtreichweiten hinter Radio (93 Prozent) und Fernsehen (92 Prozent). Auch der Großteil der Mediennutzung entfällt auf TV-Nutzung (38,5% des Medienzeitbudgets) und Radionutzung (30,6%), gefolgt von der Internetnutzung (13,4%). Zeitungen und Zeitschriften erreichen demgegenüber nur noch einen geringen Anteil am täglichen Medienzeitbudget.

     

• Online-Nutzung in Deutschland
• Mobile-Nutzung in Deutschland

 

Nutzung von TV- und Video-Websites

Die privaten TV- und Video-Portale erreichen im Internet laut AGOF Digital Facts rund 34,2 Millionen Menschen im durchschnittlichen Monat (Stand: Januar-März 2017), das entspricht etwa 49,2 Prozent der Onliner in Deutschland (ab 14 Jahren) – und darin sind die Reichweiten der öffentlich-rechtlichen Angebote sowie weiterer Videoportale (z.B. YouTube) aber auch die Reichweiten vieler TV-On-Demand-Angebote noch nicht enthalten. Insgesamt nutzen etwa 74 Prozent der Onliner in Deutschland zumindest gelegentlich Online-TV- und Videoangebote im Netz. Die technische Reichweite von Smart TV wächst weiter. Laut der Consumer-Trend-Studie der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (gfu) nutzten 2017 rund 42 Prozent der deutschen TV-Haushalte ein internetfähiges TV-Gerät, 88 Prozent davon haben TV-Gerät mit dem Internet verbunden.

         

 

Nutzung von Radio- und Audio- Websites
Die privaten Radio- und Audio-Websites erreichen den AGOF Digital Facts zufolge rund 8,5 Millionen Onliner (ab 14 Jahren). Auch hier sind die Daten der öffentlich-rechtlichen Angebote, weiterer Audio-Portale (z.B. Spotify) und vor allem die zahlreichen Webradio-Angebote – auch der privaten Anbieter – noch gar nicht enthalten. Insgesamt hören laut ma IP Audio rund 28 Millionen Deutsche ab 10 Jahren zumindest gelegentlich Radio über das Internet, rund 45,9 Prozent der Webradioabrufe entfallen auf Simulcast-Angebote, etwa 45,1 Prozent auf Musik-Streaming-Dienste und der Rest (9,1 %) auf Web-Only-Angebote.

    

          

• Die reichweitenstärksten Radioportale
• Webradio-Nutzung in Deutschland (Q1/2017)

 

Online- und Mobile-Umsätze
Die wichtigsten Umsatzsegmente der medialen Online- und Mobile-Angebote in Deutschland sind Werbung, Paid Content und E-Commerce.

Online-Werbeumsätze
Die Netto-Werbeumsätze im Bereich der Online- und Mobile-Displaywerbung erreichten im Jahr 2016 1,52 Milliarden Euro und damit einen Anteil von 9,9 Prozent an den in der ZAW-Statistik erfassten Netto-Werbeumsätzen. Darin noch nicht enthalten sind Instream-Audio- und Instream-Videoumsätze, die 2016 laut VPRT-Statistik bei etwa 0,417 Milliarden Euro lagen.

     

       

• Instream-Audiowerbung (2013-2017e) 
• Instream-Videowerbung (2013-2017e)
• Die größten Werbungtreibenden Online (2016)
• Die meistbeworbenen Branchen (2016)

 

Paid-VoD- Umsätze

Die Paid-Content-Umsätze der Online-Video-On-Demand-Anbieter in Deutschland lagen 2016 bei rund 0,5 Milliarden Euro, davon stammen über 400 Millionen Euro aus Bezahlangeboten auf Abruf (Subscriptional und Transactional Video on Demand) und knapp 100 Millionen Euro aus digitalen Verkäufen (Download to own). Nicht erfasst sind darin die anteiligen Umsätze aus Pay-TV- und Paid-VoD-Bundle-Angeboten. Insgesamt lagen die Pay-TV- und Paid-VoD-Umsätze 2016 bei 2,2 Milliarden Euro.

• Pay-TV in Deutschland 2017

 

Multimedia-Angebote in Deutschland
Neben zahllosen in- und ausländischen Medienunternehmen betreiben auch medienfremde Unternehmen diverse Angebote im Netz, etwa aus dem Bereich der Netz- und Gerätehersteller, aber auch Markenartikler und sogar Privatpersonen sind mit Medienangeboten im Internet vertreten. Hinzu kommen Angebote, die Zugang und Auffindbarkeit ermöglichen, etwa Netzbetreiber, Gerätehersteller, Plattformbetreiber und Suchmaschinenanbieter. Die medialen Angebote im offenen Netz sind von einer kaum noch zu überbietenden Vielfalt geprägt, neben den Websites, mobilen Portalen und  Apps der Sender, zählen dazu auch die Web-TV- und Video-On-Demand-Angebote, Webradio und Audio-On-Demand sowie Smart Radio und interaktives Fernsehen (HbbTV).

• Senderportale
• Apps und mobile Portale der Sender
• Web-TV und VoD Angebote
• Hybrid-TV Angebote
• Webradio Angebote
• Social Media

 

Volkswirtschaftliche Relevanz der Multimedia-Branche 
Die volkswirtschaftliche Relevanz der elektronischen Medien – TV, Radio, Online und Mobile – ergibt sich einerseits aus den direkten Umsatz- und Beschäftigungseffekten, andererseits aber auch aus den Effekten in vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen. So investieren die Medienunternehmen jedes Jahr mehrere Milliarden Euro in die Produktion von Inhalten und stimulieren überdies Milliarden-Umsätze der Gerätehersteller und Netzbetreiber sowie weitere Umsätze der Content-Industrie, der Musikbranche, aber auch der Zeitungs- und Zeitschriftenbranche (Programmzeitschriften, EPGs, Programmbeilagen, etc.). Zudem erfüllen die elektronischen Medien als Werbeträger eine systemkritische Funktion in  der deutschen Marktwirtschaft.

• Umsätze der Infrastrukturbetreiber
• Umsätze der Sportindustrie

• Umsätze der Musikindustrie

• Umsätze der Games-Industrie

• Umsätze der Filmindustrie

• Umsätze der Endgeräteindustrie

 

Elektronische Medien als Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft
Die elektronischen Medien sind Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft, die 2015 einen Gesamtumsatz von 150,4 Milliarden Euro erwirtschaftete und 65,5 Milliarden Euro zur Brutto-Wertschöpfung der Bundesrepublik Deutschland beigetragen hat. Die in der Kultur- und Kreativwirtschaft zusammengefassten Branchen liegen damit an dritter Stelle hinter den Branchen Automobilindustrie (2014: 114,9 Milliarden Euro) und Maschinenbau (2014: 89,7 Milliarden Euro) und leisten einen höheren Wertschöpfungsbeitrag als etwa das Finanzgewerbe (2014: 64,8 Milliarden Euro), die Energieversorgung (2014: 50,8 Milliarden Euro) oder die Chemische Industrie (2014: 40,8 Milliarden Euro).

• Kultur- und Kreativwirtschaft

Zukunftsbranche audiovisuelle Medien: eine Gesamtbetrachtung
Die Gesamtbranche der Audio- und audiovisuellen Medien steht laut der Studie „Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Audio- und audiovisuellen Medien“ für 830.000 Beschäftigte in Deutschland, fast jeder 50. Arbeitsplatz geht auf audiovisuellen Medien und die mit ihnen verbundenen Branchen zurück. Mit einem Beitrag von rund 2,5 Prozent bzw. 67 Milliarden Euro zur Bruttowertschöpfung zählt der Sektor zu den größten Industriezweigen Deutschlands. Darüber hinaus stimulieren audiovisuelle Medien als Enabler weitere Wertschöpfung und Beschäftigung in verbundenen Branchen, sind Innovations- und Wachstumstreiber von Volkswirtschaften und übernehmen als Werbeträger eine zentrale Funktion in der Marktwirtschaft. Die ökonomischen Gesamteffekte der Audio- und audiovisuellen Medienwirtschaft geht somit über die quantifizierte Beschäftigung und Wertschöpfung hinaus.

• Studie zum Wirtschaftsfaktor Audiovisuelle Medien

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