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Erste Ergebnisse des neuen FSM-Jugendmedienschutzindexes: Großteil der Eltern sorgen sich um Sicherheit im Internet

7. November 2017

73 Prozent der Eltern in Deutschland sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder bei der Nutzung des Internets. Der Anteil der Kinder, die besorgt sind, im Internet belastende und schlimme Erfahrungen zu machen, liegt bei 53 Prozent. Die Sorgen der Eltern und der Heranwachsenden sind dabei vielfältig. Zu den gefürchteten Gefahren zählen unter anderem der Kontakt zu Fremden, verstörende Gewalt- oder Pornografieinhalte, Cybermobbing, Datenklau und Viren. Die Sorgen gehen damit über die Phänomene, die durch den gesetzlichen Jugendmedienschutz geregelt sind, deutlich hinaus. Zu diesem Ergebnis gelangt die von der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Dienstleister (FSM) erstmals herausgegebene Studie „Jugendmedienschutzindex“.

Ziel der Index-Studie ist es, repräsentative empirische Daten zu erheben, wie die im System „Jugendschutz“ agierenden Akteure (Eltern, Kinder, Pädagogen) den bestehenden Jugendmedienschutz selber wahrnehmen. Insbesondere soll den Fragen nachgegangen werden, welche Sorgen sie haben, wie sie über bestimmte Schutzmaßnahmen denken, was sie über den bestehenden Rechtsrahmen wissen und welche Schutzmaßnahmen sie ergreifen. Die FSM möchte mit ihren Index-Studien einen Beitrag zur Analyse und Weiterentwicklung des Jugendmedienschutzes im digitalen Raum leisten.

Die erste Studie des „Jugendmedienschutzindexes“ widmet sich den Eltern und Heranwachsenden. Dabei wurden von den Studienautoren – dem Hans-Bredow-Institut und dem JFF Institut für Medienpädagogik – acht verschiedene elterliche Handlungsmuster identifiziert, die jeweils durch ein spezifisches Muster aus Sorgen, jugendmedienschutzbezogenen Einstellungen und Schutzhandeln charakterisiert sind. Die Befunde zeigen, dass diese eng mit den Risikoerfahrungen der Kinder sowie mit deren Online-Fähigkeiten verbunden sind und somit einen wichtigen Ausgangspunkt für medienpädagogische Unterstützungsmaßnahmen darstellen.

Beim Schutz der Kinder sehen viele Eltern ihre eigene Verantwortung. 94 Prozent aller Eltern sehen sich selbst in der Pflicht, ihre Kinder vor negativen Erfahrungen im Netz zu schützen. Mit bereits 13 Jahren überflügeln Kinder ihre Eltern in Bezug auf Online-Fähigkeiten, weshalb sich 82 Prozent der Eltern auch Hilfe von Behörden wünschen. Fast alle Eltern (90 Prozent) würden es begrüßen, wenn der Zugriff auf Onlineangebote generell erschwert wird, um Kinder besser zu schützen.

Die Studienverfasser gelangen zu dem Fazit, dass Jugendmedienschutz nicht allein darin besteht, Heranwachsende vor möglichen negativen Erfahrungen zu bewahren. Ein Ziel sollte es auch sein, sie zu einem bewussten und ihren Interessen gerecht werdenden sowie sozial verantwortlichen Umgang mit Onlinemedien zu befähigen.

Für die Studie wurden 805 Heranwachsende zwischen 9 und 16 Jahren, die das Internet nutzen, und jeweils ein Elternteil, das für die Online-Erziehung zuständig ist bzw. sich am besten mit der Onlinenutzung des Kindes auskennt, befragt. Die Befragung fand zwischen Mitte Februar und Mitte April 2017 statt. Die Daten für den zweiten Teil der Studie werden derzeit erhoben. Die Forschungsinstitute haben Anfang November 2017 die Befragung von Pädagogen gestartet.
 

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